26.August 2002

 

Das Jahrhunderthochwasser !

13. August 2002, die Innenstadt von Dresden ist völlig überflutet. Der Hauptbahnhof ist von den Wassermassen eingeschlossen, durch das Gebäude fließt ein reißender Strom. Auf etwa 4.00 Metern ist die Weißeritz gestiegen und hat ihr altes Flusbett wieder eingenommen. Die Talsperre Malter war übergelaufen, man musste einiges an Wasser ablassen. Die Fluten kamen u.a. auch nach Dresden.

13. August 2002, ein Blick in die Prager Strasse. Das Wasser steht etwa 50,00 cm, in einem Umkreis von ca. 5 Kilometer ist in der Dresdner Innenstadt alles Land unter. Der Statdtteil DD Friedrichstadt ist evakuiert worden, bis teilweise über den 1 Stock haben sich die Wassermassen ausgebreitet.

13. August 2002, Blick vom Ufa - Palast in Richtung  Pirnascher Platz. Auf gut einem Meter ist das Wasser angestiegen, PKW und Bahnen mussten einfach in den Fluten zurück bleiben. Endlich hat der Regen etwas nachgelassen, seit Tagen hat so viel geregnet wie noch nie in dieser Region. 

13. August 2002, für die meisten Anwohner aus dem Stadtzentrum ist es ein Problem zu ihren Wohnungen zu kommen. Wo es möglich ist wird mit einer Leiter das Haus über die untersten Stockwerke betreten. 

14. August 2002, die erste Flut hat Dresden überstanden. So schnell wie das Wasser die Stadt erreicht hatte, war es auch wieder verschwunden. Noch weiß niemand das dieses nur ein Tropfen auf dem heißen Stein war. Die eigentliche Flut kommt erst noch, der Pegel der Elbe geht auf die 8,00 Meter zu.

15. August 2002, die größte Evakuierung welche der Bund je durchgeführt hat läuft. Die Medak - Medizinische Akadmie Dresden wird komplett evakuiert, über 3000 Patienten werden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Tag und Nacht fliegen die Hubschrauber zum Flughafen Dresden Klotsche, dort stehen Trans All und Airbus Maschinen startbereit.

16. August 2002, die Elbe hat die 9,00 Meter Marke überschritten. Überall nur noch Wasser, von Elbnahen Gartensparten ist nichts mehr übrig geblieben. Was nicht vom Elbwasser überflutet wird dass geht jetzt mit dem Grundwasser Land Unter. Dresden scheint regelrecht im Wasser zu ertrinken.

17. August 2002, die Elbe hat ihren absoluten Höchststand in Dresden erreicht, 9,38 Meter. Es fängt an nach Müll zu stinken, viele Tonnen sind vom Wasser umgerissen worden oder können nicht abgeholt werden weil das Wasser noch so hoch steht. 

17. August 2002, Blick vom Terrassenufer in Richtung Frauenkirche, bis zuletzt haben die vielen Helfer versucht den Damm zu halten. Der Druck war einfach zu gross, nach und nach wurde das Wasser durch den Damm gedrückt.

17. August 2002, Blick zur Semper Oper. Auf über 6,00 Meter sind die Keller vollgelaufen. Sämtliche Bühnentechnik steht völlig unter Wasser. Man pumpt und pumpt aber der Pegel der Elbe ist noch zu hoch. Wenigstens ist man sich jetzt sicher, der Höchststand ist endlich überschritten. Am Abend wird 9,20 Meter gemessen  

18. August 2002, wie hier am Ufer der Weißeritz, hat sich das Wasser zurückgezogen und gibt nun den Blick frei auf die schreckliche Bilanz der Flut. Wo noch vor der Flut eine Verbindungsstrasse von Freital nach Dresden führte ist nichts übrig geblieben. Die Strasse wurde im letzten Jahr neu gebaut, nur wenige Meter weiter stand ein Einkaufspark.   

18. August 2002, eine der letzten beiden Brücken über die Weißeritz. Die Wucht der Wassermassen haben alle andern Brücken einfach weggerissen. Das Bild hier, lässt es nur erahnen welche Schäden die Flut durch das Erzgebierge und dann weiter durch die Stadt Freital bis nach Dresden angerichtet hat. Die Weißeritz führt normal ca. 1,50 Meter Wasser. Mit der Flut ist sie auf über 4,00 Meter in Dresden angestiegen. In Dresden hat sie in nur wenigen Stunden die gesamte Innenstadt überflutet. 

21. August 2002, retten was noch zu retten ist. Wie hier in der nähe vom Blauen Wunder sind bis nach Laubegast ganze Wohnkomplexe vom Wasser überflutet gewesen. In der Helfenberg Strasse stand das Wasser über 1,50 Meter in den Wohnungen am Elbufer. Bis zu einem Pegel von 8,50 Meter hatten die Familien um ihre Wohnungen und Büros gekämpft. Die Sandsäcke im Vordergund des Bildes zeigen wie hoch das Wasser letzt endlich gestanden hat.

In eigener Sache. Ich bin kein Reporter und habe auch keine Erfahrungen gesehenes zu dokumentieren. Es macht auch keinen Sinn darüber zu spekulieren was man hätte anders machen können. Das Jahrhunderthochwasser hat nicht nur eine Region betroffen. Von Bayern über Sachsen, Sachsen Anhalt, Brandeburg, Mecklenburg Vorpommern und Niedersachsen hat sich die Flut seinen Weg genommen. Soldaten die im Raum Heidenau  und Freital eingesetzt waren haben die Verwüstungen mit einem Krieg verglichen. Auf dem Sonnenstein, bei Pirna, wurde eine Zeltstadt errichtet. Der Bund und die US Army, haben sie in wenigen Tagen errichtet. Bis zu  20.000 Menschen konnten dort zeitweise untergebracht werden.

Wenn ich heute von unserer Wohnung auf die Elbe blicke, scheint wieder alles friedlich. Die Elbe ist auf normales “Winter - Hochwasser” gesunken und die ersten Liegestühle und Decken werden wieder für ein Sonnenbad an den Elbwiesen genutzt. Das normale Leben kehrt so langsam zurück. In Sachsen sind 14 Menschen in den Fluten ertrunken, 16 Menschen sind noch vermisst.   

Bad Schandau, Schmilka, Königstein, Wehlen, Prina, Dresden, Heidenau, Freital, Riesa, Grimmen, Torgau, Wittenberge sind nur einige Namen von Städten und Gemeinden die durch die Fluten von Elbe, Weißeritz oder Muldau überflutet worden.

Mehr als 20.000 Bürger im Freistaat Sachsen waren von der Flut betroffen. Wer im Raum Dresden/Heidenau/Pirna nicht bei Familie oder Freunden unterkommen konnte lebte seit der Flut in der Zeltstadt “ Sonnenstein “ bei Pirna. 

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